Hier eine kurze fachliche Abhandlung zum Glaukom, netterweise bereitgestellt von Dr. Wappler, Hess. Lichtenau
Unter dem Begriff Glaukom, auch Grüner Star genannt, werden Augenkrankheiten zusammengefaßt, die mit einem fortschreitenden Sehnerven- bzw. Netzhautschwund und oft mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen. Hinsichtlich der Ursache unterscheidet man ein Primärglaukom und ein Sekundärglaukom. Bei einem Primärglaukom ist das Abflußsystem des Auges, der sog. Kammerwinkel verengt bzw. mißgbildet. Diese Fehlbildung ist angeboren und wird bei bestimmten Rassen häufiger beobachtet. Ein Sekundärglaukom ist die Folge anderer Augenerkrankungen wie z.B. Linsenluxation, Entzündungen der Regenbogenhaut, Verletzungen oder Tumoren im Auge. Ein Glaukom entwickelt sich häufig innerhalb weniger Stunden (akutes Glaukom).
Die klassischen Symtome sind Schmerzen (Kneifen des Auges), starke Rötung der Bindehaut und des Augapfels, Vorfall der Nickhaut, Hornhauttrübung, Augenausfluß und nicht selten die Einschränkung bzw. der Verlust des Sehvermögens. Vom Menschen weiß man, daß nicht nur das Auge sehr schmerzhaft ist, sondern auch gleichzeitig starke, mitunter unerträgliche Kopfschmerzen auftreten. Das akute Glaukom ist immer ein Notfall, da bereits innerhalb weniger Stunden nach dem Druckanstieg negative Folgen für das Auge zu erwarten sind. Ziel der Behandlung ist es, den Augeninnendruck zu senken, die Schmerzen auszuschalten bzw. zu reduzieren und langfristig das Sehvermögen und das Auge zu erhalten. Kann der Augeninnendruck mit Medikamenten nicht zufriedenstellend gesenkt werden, können verschiedene Operationsmethoden (Zyklokryotherapie, Zyklophotokoagulation, Shunt-OP) versucht werden. Trotz aller Bemühungen erblinden die betroffenen Augen früher oder später. Nicht selten muß im Endstadium der Erkrankung (chronisches Glaukom) das Auge operativ entfernt werden (Enukleation).
Alternativ dazu gibt es auch die Möglichkeit, den Augapfel zu erhalten (Eviszeration).Dabei werden alle Strukturen im Inneren des Auges entfernt und anschließend eine der Größe des Hundes entsprechende Silikonprothese implantiert.