Bereits im Alter von 10 Monaten zog sich unser Enzo einen Kreuzbandriss zu. Enzo wurde am Knie operiert und die Sache hat ihm keine Probleme mehr bereitet. Auch sein schönes Gangwerk hat keinen Schaden genommen. Nach entsprechendem Training war Alles wieder in Ordnung. Nun aber zu dem Anlass dieser Seite:
Im Dezember 2006 hatte Enzo plötzlich, als ich am Mittag nach Hause kam, ein Auge, dass ganz grau war und offensichtlich Schmerzen bereitete. Lt. TA wahrscheinlich eine Bindehautentzündung, doch am Abend hatte Enzo noch immer Schmerzen, so dass wir nochmal zum TA sind, aber keine andere Diagnose bekamen. Also am nächsten Tag in die Tierklinik. Wahrscheinlich eine Sehnerventzündung, also Schmerzmittel und Augensalbe. Und so wurde es wieder besser, bis Weihnachten. Alles ging wieder von vorn los, wie angeflogen. Nochmals bekam er die selbe Behandlung, auch diesmal wurde es wieder gut. Aber es kam wie es kommen musste, das Auge erkrankte wieder, ca. 1 Woche später. Diesmal hat uns diese Klinik zu einem spezialisierten Augenarzt , Mitglied im DOK, (Die Gesellschaft hat sich der Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen bei Tieren verschrieben vwww.dok-vet.de) überwiesen. Auch da sah man zuerst nur die Sehnerventzündung, da wir nicht zu einem akuten Zeitpunkt da waren. Also nochmal Antibiotika, Cortison-Augensalbe. Nach 10 Tagen sollten wir zur Kontrolle kommen. Solange durften wir aber nicht warten, denn ein paar Tage später passierte wieder das Gleiche, also morgens um 6.00 Uhr auf in die 120 km entfernte Bielefelder Klinik. Und nun die Diagnose "Glaukom", also grüner Star.
Nun begann die Behandlung mit Cortison (oral) und Augentropfen (Drucksenkern). So ging das ein paar Wochen, danach sollten wir uns aus dem Cortison "ausschleichen". Sobald wir uns aus dem Cortison "ausschleichen" wollten bekam Enzo sofort wieder einen Glaukomanfall. So pendelten wir bis Ostern ganz oft zwischen der Klinik und zu Haus hin und her, manchmal mehrmals pro Woche. Auch Karfreitag verbrachten wir wieder mal da. Und nun halfen auch die ersten Drucksenker nicht mehr. Also andere Tropfen und wieder Cortison.
Da sich nun abzeichnete, dass wir ständig mit Enzo wegen dieser Sache zum Tierarzt mussten, suchten wir einen Augenspezialisten in unserer Nähe. Wir fanden Dr. Wappler in Hess. Lichtenau, der bereit war unseren Fall zu übernehmen. Unser Enzo war da , wie auch in Bielefeld bei Dr. Lüttgenau, in sehr guten Händen. Bei diversen Glaukomanfällen, waren Dr. Wappler oder Dr. Lüttegenau immer für uns da. Vielen Dank an dieser Stelle dafür.
So konnten wir das Auge unter ständigen Medikamenten und Kontrollen bis Ende 2007 halten. Aber Enzo baute körperlich ab. Er verlor viel Fell, aus unseren schönen weiß-schwarzen Hund wurde ein braun-weißer, mit sehr wenig Fell. Am Silvestermorgen 2007, Enzo war gerade am Wassernapf, musste ich zweimal schauen, er hatte über Nacht einen handteller großen "Hot-Spot" bekommen, sah ganz schlimm aus. Auch den haben wir zum abheilen gebracht. Immer in Absprache und Untersuchung mit Dr.Wappler. Wir hatten ja nur die Option, entweder Medikamente oder das Auge. Solange es noch damit abging, dass Enzo einen wahnsinns Appetit hatte und in der Zeit wirklich alles gefressen hat was er irgendwie bekommen konnte, sei es der Auflauf, den man nur einen Augenblick aus den Augen ließ, die Tomaten, alles Obst was irgendwie greifbar war usw.usw., konnten wir es verantworten. Es stand ja immer die bange Frage im Raum:Was wenn er erblindet? Wie soll das im Rudel gehen, wie soll er sich orientieren ? Wird er nicht total unglücklich sein?
Aber ein Auge war ja noch "gesund", brauchte keine Tropfen. Wie wir heute leider wissen, hat sich auch dieses Auge nur durch das Cortison so lange gehalten.
Im April 2008, wir mussten die Dosis der Tropfen schon erhöhen und Enzo bekam einen Abszess am Ellenbogen, Freitags noch "Eigroß" sollte er mit Medikamenten so heilen, da der Tierarzt es ungern aufschneiden wollte. Leider entwickelte sich das "Teil" bis Samstagnachmittag zu einem Handballgroßen Gewächs, ohne Fieber, das wiederum hat das Cortison verhindert. Also sind wir zum Notdienst, es musste geschnitten werden, Enzo war so lieb, ich habe diese Wunde zwei Monate gespült, Creme hinein gespritz und wieder verbunden. Es wollte nicht heilen, da wiederum das Cortison die Wundheilung verhindert hat. Jeden Morgen die selbe Prozedur, war schon ein Ritual geworden, alle Neufis haben sich dazugelegt, und Enzo wurde wundversorgt.
Jedenfalls hat uns diese Tierärztin geraten weg vom Cortison, wenn Enzo erblinden würde kann er immer noch glücklich leben. Sie fragte uns auch ob Enzo schon sehr alt ist, erst da ist uns bewusst geworden wie er eigentlich aussah, man hat sich so sehr auf die Augen konzentriert, dass man das Andere gar nicht mehr gesehen hat. Also setzten wir in Absprache mit Dr. Wappler das Cortison nach und nach ab. Es kam wie befürchtet, der Druck im Auge wurde immer höher, die Tropfen haben uns da nicht mehr weitergeholfen, nur noch bis zur OP, die das Augenlicht nicht mehr retten konnte, aber Schmerzfreiheit garantierte.
In diesem fast 1,5 Jahren waren fast wöchentlich Tierarztbesuche, manchmal mehr, manchmal weniger, für uns und Enzo an der Tagesordnung. Auch seine Schmerzen während einem Anfall, die ständige Angst wenn man mal länger weg war, hoffentlich ist das Auge noch in Ordnung, waren eine große Belastung für Enzo und für uns. Die zusätzliche finanzielle Belastung sei hier nur am Rande erwähnt. Die ganze Geschichte ging auch uns ganz schön an die Substanz.
Enzo gewöhnte sich an das sehen mit einem Auge, wir waren happy. Alles war gut, jetzt konnte er sich körperlich erholen. Leider dauerte die Freude nur 3 Wochen, wiedermal Sonntagmorgen, Enzo war total neben der Spur, ich brauchte ihn nur anzuschauen, man hat es schon gesehen, das andere Auge musste einen ganz schlimmen Glaukomanfall haben. Enzo sah nichts mehr, er war total verzweifelt und lief überall vor. Unser guter Doktor Wappler war Gott sei Dank zu Hause und wir sollten sofort kommen. Auch diese Auge konnte nicht mehr gerettet werden. Er ist nun völlig erblindet.
Nun ist unser Enzo seit ca. vier Monaten blind. Die ersten Tage waren schlimm. Ich konnte sehr schlecht damit umgehen, mein Mann etwas besser. Enzo tat mir so leid, aber da ich so deprimiert war, konnte ich Enzo auch nicht richtig helfen, ich hätte ihn am liebsten in Watte gepackt. Mein Mann meinte, wir müssen ihn als ganz normal nehmen. Nach ein paar Tagen konnte ich mich auch dazu überwinden. Wir hatten mittlerweile jeden Pfosten im Garten mit Schaumgummi umwickelt. Die anderen Hunde haben so Katzenglöckchen um bekommen, ich selbst auch. So konnte sich Enzo orientieren, wusste wo jemand steht und geht. Er hat sehr schnell gelernt, auf "Halt, Vorsicht, Pass auf, Links, Rechts" zu reagieren. Mittlerweile apportiert Enzo wieder, er läuft draußen wieder frei und er hat Wagen ziehen gelernt. Enzo schwimmt auch wieder.Er war mit uns im Urlaub und hat im Hotel übernachtet, alles blind. Zu Hause und beim spazieren vergesse ich oft, dass er blind ist, so selbstsicher ist er. Auch im Rudel geht es besser wie gedacht, die anderen Hunde ganz schnell erkannt, dass mit ihrem Kumpel, etwas nicht stimmt. Körperlich hat sich Enzo auch wieder erholt. Nach dem Absetzten vom Cortison ist fast alles Fell ausgefallen. Er hat dann eine "Haut-und Haarkur" bekommen und jetzt sieht er wieder aus wie ein Plüschhund. Auch eine Ausstellung hat er wieder mit uns besucht (als Gasthund), erst ist er ganz dicht hinter Big hergelaufen, aber dann war er ganz sicher, und hat sich über jede Ansprache von anderen Besuchern gefreut. Wir denken, nein wir wissen, unser Enzo ist auch so ein glücklicher Hund, er geht mit in die Neufi-Gruppe, und er wird ab Februar zum Mantrailing gehen. Er spielt auch wieder frei mit anderen Hunden.